Seminar 7: Therapeutische Interventionen bei den Diagnosen F7, F8, F9

Anthroposophische Arbeitsweisen der Kunsttherapie

Das Formenzeichnen

Beim Formenzeichnen werden ähnlich wie beim "Schreiben lernen" konkrete Form­elemente geübt, die in meinem Konzept „Vom Formenzeichnen zum Mandala – Kunsttherapie mit psychisch erkrankten Menschen“  Anwendung fanden werden.

 

Das Formenzeichnen ist eine "Primarübung", da diese Gestaltungsform jeden der Teilnehmer auf "den Punkt oder die Linie" bringt. Konzentration, Feinmotorik und das Erkennen "logischer" Zusammenhänge sind für Schlüsselqualifikationen im Berufsleben aber auch für die eigene Lebensbiographie notwendig.

 

In diesem Zusammenhang lernen die Teilnehmer zusammenhängende Linien­kompositionen (Mäander, Lemniskaten bis zum Mandala), aber auch "separate Liniengestaltungen" bis hin zu geometrischen Formen gezielt anzuwenden. Ferner sind Spiegelbildübungen in vertikaler und horizontaler Richtung und Flechtmotive bis hin zu Ornamentkompositionen ein Teilbereich der zu übenden Gestaltungen.

 

Therapeutisch bewirkt es bei einzelnen Personen mit psychosomatischen und feinmotorischen Störungen, Legasthenien oder Personen mit Sprach- und Atemstörungen ein "Ordnen von Denk- und Arbeitsabläufen". Hierbei können sich die zuvor genannten Störungen erheblich verbessern und bei stetiger Anwendung sogar ganz beheben lassen.

 

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F7

Intelligenzminderung

 

 

AKT, HKT

AKT, HKT

AKT

Formenzeichnen

Gruppentherapie:

Pastellzeichnen,

Formenzeichnen,

Begleitendes Malen

Gruppentherapie:

platonische Körper formen,

Begleitendes Malen

Geometrieübungen aus der freien Hand, Begleitendes Malen

F8

Entwicklungsstörungen

z. B. Artikulationsstörung, LRS, Rechenstörung, frühkindlicher Autismus, Rett-Syndrom, Asperger-Syndrom

 

AKT

AKT

AKT

Formenzeichnen

Gruppentherapie:

Perspektivisches Zeichnen

Gruppen- und Einzeltherapie:

Formensinn entwickeln durch Winkel, Kreise und Spiralen, platonische Körper formen

Einzeltherapie:

Kopieren von klassischen Kunstwerken (

F9

Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn der Kindheit und Jugend

Hyperkinetische Störung, Störung des Sozialverhaltens, Tic-Störung, Stottern, Poltern

 

 

 

 

Formenzeichnen

 

platonische Körper formen

 

F99

Nicht näher bezeichnete Störungen

 

 

 

 

 

Zu Beginn flächiges Zeichnen mit Kohle à stärkt den Mut, anschließend wahrnehmendes Zeichnen von alltäglichen Gegenständen (Geschirr, Vasen, Besen, Tische) von verschieden Abständen, Beleuchtungen, Standpunkten. Modellieren von Tiergestalten und griech. Säulen, kopieren  von Barlachfiguren.